Die Illusionsmalerei

Die Illusionsmalerei ist wohl das im Graffiti was einem heute immer häufiger stark beeindruckt und besonders in der urbanen Umgebung begegnet. Brückenfeiler werden in ein Aquarium verwandelt, Fenster ermöglichen einen Ausblick in eine Phantasiewelt oder die Perspektive wird verlängert und Wände geöffnet um in andere Räume zu schauen. Das beeindruckt nicht nur sondern erweitert auch Horizonte und schafft ganz neue Umgebungen. Anders als in der klassischen Illusionsmalerei die man aus Schwimmbädern oder z.B. Deckenfresken kennt arbeiten wir die Illusion auf einer modernen Ebene ins das entsprechende Umfeld ein.

Spannend wird für mich letztendlich wie sich die Illusion inhaltlich gestaltet. Weg vom Kitsch und mit grafischen und abstrakten Elementen kombiniert wirkt sie für mich am stärksten. Schön ist immer wenn das Motiv mit der Umgebung verfließt und kein klarer Anfang und kein Ende des Bildes ersichtlich ist.

Am Raschplatz in Hannover sind zum Beispiel Einsichten in Räume entstanden die zwar nicht direkt hinter den Motiven liegen, inhaltlich aber an den Platz anknüpfen. Optisch funktioniert die Illusion nur von einem Punkt aus. Durch Überlagerungen der Motive oder sogar dem integrieren von realen Objekten kann sie weiter verstärkt werden.

Mich persönlich reizt es immer mehr Szenerien zu erschaffen die in der Stadt stattfinden und auf den ersten Blick real wirken. Das muss nicht immer mit perspektivischen Elementen sein, sondern können auch einfach, Menschen, Dinge oder Tiere sein die auf eine Wand gesetzt werden. Verstärkt durch einen Echtschatten auf der Wand hat man so im Augenwinkel das Gefühl das an der Stelle wirklich Jemand steht.

Am Raschplatz z.B. beobachtet einen ein Polizist vom Treppenaufgang aus und die eine Frau am wirkt so plastisch, so das sich ein psychisch verwirrter Mensch sogar soweit hineinsteigert, das er sie mit einem spitzen Gegenstand angreift. Er zerkratzt das Motiv, was aber nur aus nächster Nähe zu bemerken ist.